2Architektur & Konzept

Keine grosse Geste, sondern die richtige

Präzise gesetzt, sorgfältig gegliedert: Der Neubau interpretiert die historische Sanatoriumsarchitektur Pontresinas zeitgemäss neu und verbindet regionale Identität mit moderner Gestaltung.

Das Hotel Flaz entsteht auf dem Areal des ehemaligen Sportpavillons am nördlichen Dorfeingang, an der Plazza da sport Roseg. Der Standort verbindet gute Erreichbarkeit mit der von der Gemeinde Pontresina geplanten und erneuerten Sportinfrastruktur – Tennisplatz, Curling- und Eisfeld sowie einem grösseren Kinderspielplatz. Diese Verbindung von Beherbergung und öffentlicher Sportanlage ist konzeptionell zentral und schafft einen Mehrwert weit über die Hotelgäste hinaus.

Verantwortlich für die Planung zeichnet mit Stricker Architekten ein lokal verwurzeltes Büro aus Pontresina. Der Entwurf orientiert sich an der Baukultur des Engadins, ohne sie zu kopieren: Massstab, Dachformen und Materialien nehmen Bezug auf den Ort, im Innern entsteht ein zeitgemässes Hotel mit klaren Räumen und ruhiger Atmosphäre.

Nachhaltigkeit ist ein expliziter Schwerpunkt des Projekts – baulich wie im späteren Betrieb. Der Betreiber trägt das Schweizer Nachhaltigkeitslabel Swisstainable auf Stufe III («leading»). Das Hotel entsteht zudem als sinnvolle Nachnutzung eines bereits genutzten Areals, nicht als Eingriff in unberührte Natur, und setzt auf die Weiterentwicklung einer bestehenden Infrastrukturzone.

Das Restaurant im Erdgeschoss ist bewusst öffentlich zugänglich konzipiert – nicht nur für Hotelgäste, sondern als Treffpunkt für die gesamte Dorfgemeinschaft.

Detaillierte Pläne und Visualisierungen werden hier ergänzt, sobald sie vorliegen.

Die Situation

Die Setzung des Neubaus orientiert sich an der charakteristischen Siedlungsstruktur von Pontresina und nimmt Bezug auf die bestehende Körnung und räumliche Ordnung des Ortes.

Die quer zum Tal und senkrecht zur Strasse ausgerichtete Stellung des Baukörpers schafft eine klare räumliche Fassung des Grundstücks und ermöglicht zugleich einen weitgehend freien Blick auf die vorgelagerte imposante Berglandschaft. Die Gebäudeausrichtung gewährleistet zudem eine optimale Besonnung und Orientierung der Gästezimmer.

Durch die mittige Positionierung auf dem Grundstück entsteht eine ausgewogene Freiraumordnung mit dem Sportplatzbereich auf der einen und dem Spielplatzbereich auf der anderen Seite.

Der Baukörper

In Grösse und Volumetrie orientiert sich der Neubau an den prägenden historischen Hotelbauten von Pontresina. Der kompakte Baukörper fügt sich selbstverständlich in den Massstab und die Struktur des bestehenden Ortsbildes ein.

Das kompakte Bauvolumen mit effizienter Gebäudegeometrie leitet sich aus den funktionalen Anforderungen des Hotelbetriebs ab. Die Grundrissorganisation mit zentraler Erschliessung und beidseitig angeordneten Gästezimmern ermöglicht eine hohe Flächenoptimierung, kurze Wege und klar strukturierte Betriebsabläufe als Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit.

Der Baukörper gliedert sich in fünf klar ablesbare Geschossschichten: einen Sockel mit den öffentlichen und allgemeinen Nutzungen sowie vier darüberliegende Geschosse mit den Gästezimmern.

Die Erschliessung erfolgt über den Haupteingang im Sockelgeschoss. Ein zusätzlicher Zugang von der Via Maistra führt direkt in die Lobby und stärkt die Anbindung des Hotels an den öffentlichen Raum.

Die Gestaltung und Konstruktion

Der architektonische Kerngedanke basiert auf der Anlehnung und zeitgemässen Neuinterpretation der historischen Sanatoriumsarchitektur. Deren klare Volumetrie, präzise Gliederung und ausgewogene Beziehung zwischen Architektur und Landschaft dienen als Referenz für die Gestaltung des Neubaus.

Die Architektur verbindet eine reduzierte, zeitgenössische Formensprache mit alpinen und traditionellen Elementen. Regionale Materialien und ortsbezogene Gestaltungselemente werden aufgegriffen und in eine eigenständige architektonische Sprache überführt.

Der Ausdruck des Gebäudes soll authentisch, regional verankert und zugleich zeitgemäss sein. Die Architektur versteht sich dabei als Verbindung von regionaler Identität und moderner Gestaltung.

Konstruktiv ist der Neubau als Kombination aus Massiv- und Leichtbauweise konzipiert. Ortbeton, vorfabrizierte Bauteile und Leichtbaukonstruktionen werden entsprechend den konstruktiven und funktionalen Anforderungen eingesetzt.

Eine klare Tragstruktur sowie flexible Raumstrukturen ermöglichen eine langfristige Anpassbarkeit des Gebäudes. Die konstruktive Robustheit und die Nutzungsflexibilität bilden damit wesentliche Grundlagen des Nachhaltigkeitsgedankens.

Weitere Visualisierungen und Aufnahmen folgen